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Stadt Mindelheim

In einem breit angelegten Dialog- und Bürgerbeteiligungsprozess wurde in Mindelheim seit dem Jahr 2006 eine ganzheitliche, gemeinsam getragene Entwicklungsstrategie für die Stadt, als auch eine Lösung für die Sanierung der Altstadt entwickelt. Das Herz der Altstadt, der Marienplatz, und die Maximilianstraße sind bereits baulich umgestaltet und viele Sofortmaßnahmen vom Sozialen über den Kultur- bis zum Handels- und Wirtschaftsbereich sind verwirklicht.

Mindelheims Altstadt ist ein historischer, bunter und lebendiger Erlebnisraum

Das einzigartige Altstadtbild Mindelheims bewahren wir für die Zukunft. Eine sanfte Weiterentwicklung akzentuiert die Stärken – auch mit einer stimmungsvollen Beleuchtung. Die städtischen Plätze weisen einen je eigenen Charakter auf, wir machen die Mindel erlebbar, gestalten Hinterhöfe um und machen sie zugänglich. Mindelheim verbindet in seiner Innenstadt moderne Funktionen und Nutzungen mit der historischen Substanz, ein intensiver Dialog ist Grundlage für eine breite Unterstützung. Besucher wie Bewohner profi tieren von ausgedehnten innenstadtnahen Grün- und Erholungsflächen.

Mindelheim prosperiert, seine Einwohnerzahl steigt

Kinder- und Familienfreundlichkeit ist ein Markenzeichen Mindelheims und seiner Planungen. Das fi ndet seinen innovativen Ausdruck in Wohnmodellen für jung und alt. Wo Potenziale im Bestand vorhanden sind, nutzen wir Möglichkeiten der Nachverdichtung. Neue Baugebiete weisen wir gezielt aus und achten dabei auf kurze Wege, die auch Wohngebiete und Naherholungsgebiete verknüpfen.

Mindelheims Verkehrsmanagement ist umweltfreundlich

Das Verkehrsleitsystem der Altstadt wird zusammen mit dem Parkplatzmanagement weiterentwickelt, um den Verkehr in der Innenstadt zu beruhigen und dennoch ein zentrumsnahes Parken zu ermöglichen. Dort bieten sich kurze Wege an, werden fußläufi ge Passagen als Teil eines vernetztes Fuß- und Radwegesystem geöff net. Dagegen führt der Durchgangsverkehr konsequent um die Altstadt herum. Ein verbessertes Bus-und Bahnangebot bietet eine echte Alternative und trägt dazu bei, den Verkehr generationenfreundlich zu gestalten.

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Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Anforderungen an den Einzelhandel spürbar verändert. Umfang, Art und Qualität des Sortiments werden stetig den Bedürfnissen und Präferenzen der Verbraucher angepasst. Wie auch bei anderen gewerblichen Unternehmen stehen hier vor allem die Steigerung des Umsatzes und die Reduktion der Betriebskosten im Vordergrund.

Während also die Geschäfte des Einzelhandels größten Wert auf kostengünstige Standorte, weitläufige Einzugsgebiete und funktionale Gebäudenutzungen legen, stehen oft die sozialen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Erwägungen der Städte und Gemeinden entgegen.

Die divergenten Interessenslagen zeigen sich speziell in der Verlagerung des großflächigen Einzelhandels an den Stadtrand oder im vereinheitlichten Baustil neuer Filialen und Firmenketten. Auch die in den letzten Jahren stark rückläufigen Beschäftigungszahlen der Branche stehen nicht im Interesse der betroffenen Kommunen.

Klar formulierte Ziele des Städtebaus sind dagegen die Sicherung der örtlichen Nahversorgung, die Stärkung der Attraktivität der Innenstädte sowie die Wahrung einer individuellen und traditionellen Baukultur.

Um diesen Zielsetzungen in angemessener Weiße Rechnung tragen zu können, ist es den Städten und Gemeinden möglich, über ein (kommunales) Einzelhandelskonzept strukturbestimmenden Einfluss auf die künftige Entwicklung ihrer Wohn- und Gewerbequartiere zu nehmen.

Die im Rahmen des Einzelhandelskonzeptes gewonnenen Erkenntnisse dienen hierbei als Informationsgrundlage für die verschiedenen Instrumentarien der Stadtentwicklung (z. B. Bebauungspläne, Städtebauförderung).

 

Melanie Wanninger aus Mindelheim hat als Studentin den Stadtentwicklungsprozess von Beginn an begleitet und eine Studie als Magister-Hausarbeit für die Zulassung zur Magisterprüfung an der Philosophisch-Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Augsburg eingereicht.  Diese Studie hat Frau Wanninger freundlicherweise zur Veröffentlichung bereitgestellt, sie kann nachstehend heruntergeladen werden.

Im September 2013 wurde der 3. Bauabschnitt (Untere Maximilianstraße) für die Neugestaltung der Maximilianstraße wurde am 13.September 2013 feierlich eingeweiht. Alle Beteiligten freuten sich über den zügigen Bauablauf und über das gelungene Werk. Auch in diesem Bereich zwischen Marienplatz und Städtischer Musikschule wurden die im Bürgerbeteiligungsprozess erarbeiteten Ziele konsequent umgesetzt.

An erster Stelle stand, wie auch schon bei den ersten beiden Bauabschnitten "Marienplatz" und "Obere Maximilianstraße" die Verbesserung der Gestaltungsqualität. Dies wurde erreicht durch Verwendung von altstadtgerechtem Natursteinpflaster, stimmungsvoller Beleuchtung, Begrünung mit standortgerechten Bäumen, qualitätsvoller Möblierung mit Bänken und Fahrradständern.

Einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität leistet auch die wirkungsvolle Verkehrsberuhigung, die auf die Einrichtung eines sogenannten „Verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“ mit Tempo 20 sowie auf den Straßenquerschnitt und die Materialwahl zurückzuführen sind. Durch die Neuordnung der Parkplätze ausschließlich auf der nördlichen Straßenseite konnten breitere Gehwege angelegt werden, auf denen auch die anliegenden Gastronomiebetriebe Außenbewirtungsflächen einrichten können. Selbstverständlich wurde bei der Planung  die Barrierefreiheit berücksichtigt, was auch hinsichtlich der demographischen Entwicklung immer größere Beachtung erfordert.

Neben diesen sichtbaren Maßnahmen wurden auch unterhalb der Straßenoberfläche umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. So wurden der Abwasserkanal und die Trinkwasserleitung mit sämtlichen Hausanschlüssen erneuert. Aber auch Erdgas-, Strom- und Telekommunikationsleitungen wurden ausgewechselt.

Die räumlich beengte Baustelle, die Notwendigkeit die angrenzenden Gebäude mit ihren Geschäften stets erreichbar zu halten, und der knappe Zeitrahmen stellten für die beauftragten Architektur- bzw. Ingenieurbüros Holl & Partner und Steinbacher-Consult sowie für die ausführende Baufirma Kutter große Herausforderungen dar, die alle Beteiligte mit Bravour erledigt haben. Besonderer Dank galt aber auch den Anliegern, die mit Nachsicht und Geduld die nicht unerheblichen Beeinträchtigungen durch diese Großbaustelle ertragen haben.

Im Zuge der Umsetzung des Gesamtkonzeptes zur Neugestaltung der Straßen und Plätze in der Altstadt wurde 2013 auch die Imhofgasse umgebaut. Als markanter Punkt wurde dabei der Platz vor der Alten Fronfeste besonders hervorgehoben. Die strahlenförmige Platzgestaltung nimmt Bezug auf die symmetrische Anlage des Gefängnisturms mit seinen zwei Flügelbauten. Das Podest vor dem Eingangsportal unterstreicht die Bedeutung dieses städtebaulich und historisch herausragenden Baudenkmals. Außerdem wurde durch eine Rampe ein barrierefreier Zugang zum Gefängnisturm geschaffen. Nun können auch Menschen mit Behinderung oder Eltern mit Kinderwagen das Büro des Frundbergfestrings problemlos erreichen. In den übrigen Bereichen der engen, aber malerischen Imhofgasse wurde gesägtes Kleinsteinpflaster verlegt, das den historischen Charakter dieser Gasse entlang der Stadtmauer noch verstärkt.

Die Baumaßnahme, die vom Stadtbauamt Mindelheim geplant und von der Firma Glass ausgeführt wurde, ist ein weiterer wichtiger Baustein der Stadtentwicklung und -sanierung.

Damit sind die Stadtsanierungsarbeiten im sogenannten Spitalviertel fast abgeschlossen. Der nächste wichtige Baustein zur Erhaltung und Aufwertung unserer Altstadt wird der Umbau des Nordflügels der alten Fronfeste sein, der im Jahr 2014 in Angriff genommen wurde.

Im Bereich der Zufahrt zum Parkhaus „Altstadt“ konnte vor der rekonstruierten Stadtmauer ein Stück Stadtgraben freigelegt werden.

Die Gestaltung dieser kleinen Grünanlage orientiert sich am benachbarten Skulpturenpark. Auch hier wurden große Obstbäume gepflanzt. Zudem wurde eine bunte Blumenwiese angelegt. Das Saatgut wurde vom Landkreis Unterallgäu im Rahmen des Programms „Unser Landkreis blüht auf“ zur Verfügung gestellt. Der zwischen Grünfläche und Stadtmauer vorhandene aufgekieste Bereich lässt vielfältige Nutzungsmöglichkeiten zu. Zahlreiche Sitzbänke zwischen großen Blumentöpfen laden zudem zum Verweilen ein.

Die kleine Parkanlage ist gut an die Altstadt angebunden. Über einen neuen Treppenaufgang kommt man in die Imhofgasse und von dort über die Passage der Hospitalstiftung zur Maximilianstraße.